Das Känozoikum:
Was nach dem großen Knall geschah

Und wie die Säugetiere die Weltherrschaft übernahmen

Also, ihr dachtet, die Geschichte der Erde wäre mit dem Abgang des Tyrannosaurus Rex und seiner schuppigen Kumpanen mehr oder weniger auserzählt? Dass nach dem gewaltigen Asteroideneinschlag, der die Kreidezeit beendete, quasi der Abspann lief? Oh, meine lieben Nachwuchs-Paläontologen, da habt ihr euch aber gewaltig getäuscht! Das Ende der Dinosaurier-Ära war nicht das Finale, es war der Paukenschlag, der die Bühne für das absolut wildeste, verrückteste und vielleicht wichtigste Kapitel der Erdgeschichte freimachte: das Känozoikum. Schnallt euch an, denn wir reisen jetzt in die Zeit, in der das Leben beschloss, nach der Apokalypse so richtig aufzudrehen. Dies ist die Ära der Säugetiere, die Ära der Extreme und, ganz nebenbei, auch unsere Ära.

Stellt euch das mal vor: Ein gigantischer Fels aus dem All hat die Erde getroffen. Der Himmel ist für Jahre verdunkelt, die Pflanzenwelt kollabiert, und mit ihr die riesigen Pflanzenfresser und die gewaltigen Jäger, die von ihnen lebten. Ein Großteil des Lebens wird ausgelöscht. Stille. Doch im Unterholz, in Höhlen und Erdlöchern, da raschelt es. Kleine, pelzige, warmblütige Wesen, die bisher im Schatten der Dinosaurier ein Dasein als Mitternachtssnack fristeten, haben überlebt. Sie sind anpassungsfähig, fressen so ziemlich alles, was sie finden können – Insekten, Samen, Aas – und nun gehört die Welt plötzlich ihnen. Diese unscheinbaren Überlebenden sind die Pioniere einer neuen Welt, die Hauptdarsteller des Känozoikums, das vor etwa 66 Millionen Jahren begann.

Warum das Känozoikum weit mehr als nur ein Nachspiel ist

Das Känozoikum ist also nicht einfach nur ‘die Zeit nach den Dinosauriern’. Es ist die Geschichte einer unglaublichen Wiedergeburt. Es ist die Geschichte, wie das Leben nach einer globalen Katastrophe nicht nur überlebte, sondern in einer Explosion der Vielfalt neue Wege fand. Es ist die Ära, in der die Kontinente ihre endgültige Position einnahmen, in der die modernen Ökosysteme aus Wäldern, Grasländern und Wüsten entstanden und in der die Tier- und Pflanzengruppen zur Dominanz aufstiegen, die unsere Welt definieren.

Vögel, die zu riesigen Pflanzenfressern wurden. Landsäugetiere, die zu den größten Meeresbewohnern aller Zeiten wurden. Eine unscheinbare Pflanze – das Gras –, die die Welt veränderte. Und eine Affenart, die lernte, Werkzeuge zu benutzen, Feuer zu machen und schließlich über den Planeten nachzudenken, auf dem sie lebt. Das alles ist das Känozoikum. Und das Beste daran? Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wir leben mitten in ihr. Jede Entscheidung, die wir treffen, formt das nächste Kapitel dieser unglaublichen Ära. Das Erbe von 66 Millionen Jahren liegt in unseren Händen. Ist das nicht der aufregendste Gedanke von allen?

Fragen und Antworten für neugierige Forscher